Rindergulasch mit handgeschabten Spätzle
Jetzt knallt’s aber ordentlich. Mein zweites Slow-cooked-Gericht in Folge und die Erkenntnis, dass ich in letzter Zeit speise wie ein König. Das zweite Karnevalsgericht, zwei Tage zuvor vorbereitet. Die Saftigkeit, die Textur und diese Geschmacksexplosion, wenn man butterzartes Fleisch, Schmelze und ein, zwei dicke Spätzle im Mund hat – das ist einfach unglaublich.
Einleitung:
Willkommen zum neunundzwanzigsten Post bei FlavoursbyJan! Gulasch ist ein schwäbisches, traditionsreiches Gericht. Jeder kennt es, die meisten lieben es. Es gibt zahlreiche Versionen aus unterschiedlichsten Küchen – heute gibt’s meine schwäbische Variante. Ich habe dem Ganzen mit doppeltem Röstfond extra Tiefe verpasst, weil es für mich kaum etwas Geileres gibt als diese dunkle, kräftige, schlonzige Basis.
Ich empfehle wirklich jedem, mehr Gerichte zu kochen, die ein bis zwei Tage durchziehen dürfen und dadurch immer besser werden. Man verbringt zum Beispiel den Freitag zwei Stunden in der Küche, zaubert sich nebenbei etwas Kleines für sofort und lässt parallel ein Slow-Cooking-Gulasch vor sich hin schmoren, das an den folgenden Tagen mit zehn Minuten Aufwärmen einfach nur glücklich macht. Und das Beste: Es lässt Probierende denken, ihr hättet das Rad neu erfunden, ein Restaurantgericht nachgekocht – obwohl es eigentlich ein idiotensicheres Highlight für jedermann ist.
Warum und woher?
Gulasch kommt ursprünglich aus Ungarn und war dort einst ein Hirtenessen – langsam geschmortes Fleisch über offenem Feuer, kräftig gewürzt, sättigend und ehrlich. Von dort aus hat es sich in ganz Mitteleuropa verbreitet und ist heute aus Ländern wie Österreich oder Deutschland nicht mehr wegzudenken. Jede Region hat ihre eigene Version – mal mit mehr Paprika, mal mit mehr Wurzelgemüse, mal dicker, mal suppiger. Aber das Prinzip bleibt: Zeit rein, Geschmack raus.
Für mich ist Gulasch aber vor allem Kindheit. Meine Oma Gertrud hat uns früher ein- bis zweimal pro Woche bekocht. Vieles davon ging genau in diese Richtung: langsam geschmort, kräftig abgeschmeckt, butterzart und immer mit einer Beilage, die die Sauce perfekt aufgenommen hat. Ihre Küche war herausragend – ohne viel Tamtam, aber mit unfassbar viel Gefühl. Und genau dieses Gefühl wollte ich hier wieder auf den Teller bringen.






Zutaten:
Gulasch
● 800 g Rindergulasch (größere Stücke)
● 2 große Zwiebeln
● 2 Knoblauchzehen
● 2 Karotten
● 1 Lauch
● 1 Knollensellerie
● 1 Stange Staudensellerie
● Rotwein
● Butter
● Gewürze nach Wahl (Salz, Pfeffer, Paprikapulver etc.)
Handgeschabte Spätzle
● 4 Eier
● 400 g Mehl
● 180 ml Wasser
● 1 TL Salz
● ½ frisch geriebene Muskatnuss
Zubereitung:
1. Fleisch anbraten
Rindergulasch scharf anbraten, bis sich ein kräftiger Bratensatz bildet. Fleisch herausnehmen.
2. Basis aufbauen
Zwiebeln im gleichen Topf anbraten, Knoblauch dazugeben. Mit Rotwein ablöschen und den Bratensatz lösen. Diese Sauce zum Fleisch geben.
3. Gemüse separat rösten
Karotten, Lauch, Knollensellerie und Staudensellerie in einem neuen Topf in Butter anbraten, würzen und ebenfalls kräftige Röstaromen entstehen lassen. Wenn sich ein brauner Ansatz bildet, mit Rotwein ablöschen.
4. Schmoren
Gemüse etwa 1 Stunde mitköcheln lassen. Danach Gemüse entfernen, Fleisch, Zwiebeln und Saft wieder zusammenführen und mindestens 1–2 Stunden (gern länger) sanft schmoren lassen, bis das Fleisch butterzart ist.
5. Spätzleteig herstellen
In den letzten 30 Minuten Eier, Mehl, Wasser, Salz und Muskat zu einem zähen, klebrigen Teig verrühren.
6. Spätzle schaben
Teig dünn auf ein Brett streichen. Mit einem Schaber unter leichtem Befeuchten ins kochende Salzwasser schaben. Sobald die Spätzle oben schwimmen, abschöpfen.
7. Finish
Spätzle in einer Pfanne in etwas Butter anbraten. Mit dem schlonzigen, butterzarten Gulasch servieren.

Danke fürs Lesen meines Beitrags. Ich hoffe, ich konnte euch inspirieren, und wünsche viel Spaß beim Nachkochen!