Pizzoccheri della Valtellina
Creaminess, Textur und ein deftiges Geschmackserlebnis.
Dieses einzigartige Gericht kommt aus dem kleinen italienischen Ort Livigno. Es verbindet eine warme Mahlzeit mit ordentlich Kohlenhydraten und ist eine tolle Abwechslung zu klassischen Pastagerichten.
Einleitung:
Willkommen zu meinem sechsundzwanzigsten Post bei FlavoursbyJan! Diesmal mit einem italienischen Pastagericht – aber nicht wie ihr denkt. Pizzoccheri della Valtellina ist ein sehr kräftiges Essen mit viel Aroma, das einem das Gefühl gibt, im Anschluss einen 8000er-Berg im Alleingang besteigen zu können. Das Gericht ist eine echte Kräftigung, vermisst dabei aber nichts an Geschmack und kann – wie andere Pastagerichte auch – perfekt für sich alleine stehen.
Meine Familie und ich haben diese tolle Kost in Livigno entdeckt. Meiner Schätzung nach wurde sie dort schon in vergangenen Jahrhunderten von den Italienern gegessen – ähnlich wie Pizza oder andere einfache Gerichte – als Resteverwertung und vor allem als Stärkung in den kalten Wintermonaten. Der Wirsing sorgt für einen wunderbaren Umami-Geschmack, die Kartoffeln lassen das deutsche Herz höher schlagen und die deftigen Weizennudeln haben genau die richtige Textur, um zusammen mit dem Bergkäse eine perfekte Cremigkeit zu erreichen.
Auf jeden Fall ein Essen, bei dem man schon nach einem Teller plötzlich perfekt gesättigt ist.
Warum und woher?
Meine Familie und ich fahren seit über 20 Jahren regelmäßig nach Livigno zum Skifahren. Der Ort ist für uns längst mehr als nur ein Urlaubsziel – wir lieben ihn, kennen viele Ecken und verbinden ihn mit unzähligen Erinnerungen, vor allem im Winter. Genau dort sind wir auch zum ersten Mal mit Pizzoccheri della Valtellina in Berührung gekommen.
Das Gericht stammt ursprünglich aus der Region Valtellina und ist eng mit dem Leben der Menschen dort verbunden. Livigno liegt hoch in den Bergen, die Winter sind lang, kalt und kräftezehrend – und genau dafür wurde dieses Essen gemacht. Kräftig, sättigend und voller Energie. Zutaten wie Kartoffeln, Wirsing, einfache Weizennudeln und regionaler Bergkäse waren verfügbar, haltbar und perfekt, um schwere Arbeit und kalte Tage zu überstehen. Pizzoccheri ist kein feines Sonntagsessen, sondern ehrliche Küche, entstanden aus dem Alltag der Menschen, die dort leben.
Genau das spürt man auch heute noch, wenn man es isst. Es ist bodenständig, direkt und ohne Schnickschnack – ein Gericht, das wärmt, satt macht und ein Stück dieser Region auf den Teller bringt.




Zutaten:
Hauptzutaten
● 500 g Pizzoccheri-Nudeln (oder kräftige Weizennudeln)
● ca. 250 g Kartoffeln
● 1 kleiner Wirsing
Aromaten & Käse
● Bergkäse (großzügig, in Scheiben oder grob gerieben)
● 1–2 Zwiebeln
● 1 Knoblauchzehe
Flüssigkeit & Würze
● Gemüsebrühe
● Ein Schuss Weißwein
● Butter oder Öl
● Salz, Pfeffer
Zubereitung:
- Kartoffeln schälen und in mundgerechte Stücke schneiden, Wirsing grob schneiden, Zwiebeln in Streifen schneiden und Knoblauch fein hacken.
- Einen großen Topf mit gesalzenem Wasser oder Gemüsebrühe aufsetzen, die Kartoffeln hineingeben und ein paar Minuten vorkochen.
- Den Wirsing dazugeben und kurz mitköcheln lassen.
- Die Nudeln mit in den Topf geben und alles gemeinsam garen, bis Nudeln und Kartoffeln weich sind.
- Zwiebeln in Butter oder Öl langsam anbraten, Knoblauch kurz mitlaufen lassen, mit einem Schuss Weißwein ablöschen und leicht einkochen lassen.
- Nudeln, Kartoffeln und Wirsing abgießen, dabei etwas Kochwasser auffangen, dann alles zurück in den Topf geben.
- Zwiebeln samt Fett dazugeben, den Bergkäse unterheben und bei Bedarf etwas Gemüsebrühe oder Kochwasser zugeben, bis die gewünschte Cremigkeit erreicht ist.
- Mit Salz und Pfeffer abschmecken und direkt servieren.

Danke fürs Lesen meines Beitrags. Ich hoffe, ich konnte euch inspirieren, und wünsche viel Spaß beim Nachkochen!